Ein Seminar
zur Vorstellung unterschiedlicher, rasch implementierbarer Zugangswege
zur
Stressbewältigung im System Schule sowohl auf Lehrer als auch auf
Schülerseite.
Die Ergebnisse
der neuesten PISA-Studie verdeutlichen umein weiteres Mal die dringende
Notwenigkeit, aktuelle bildungswissenschaftliche Erkenntnisse in das
Schulsystem zu integrieren und es im Sinne veränderter
Bildungsanforderungen
und gesellschaftspolitischer Entwicklungen zu modernisieren. Neben
solchen
lediglich leistungsbezogenen Untersuchungen belegen weiterführende
Studien in
alarmierender Weise, dass Schüler und vor allem Lehrer mit vielfältigen, ständig steigenden Belastungen
konfrontiert sind,
deren Bewältigung ihnen zunehmend weniger gut gelingt. Infolge
dessen kommt es
zu einem Anstieg psychischer und psychosomatischer Konsequenzen nicht
ausreichend gelingender Belastungsbewältigung wie beispielsweise
Prüfungsängsten
und aggressiven Verhaltensstörungen bei Schülern sowie zu
psychosomatischen
Beschwerden, Burn-Out-Syndromen und chronischen psychischen
Erkrankungen wie
auch damit zusammenhängenden Frühpensionierungen in
großer Zahl bei Lehrern. Zugleich
fehlen demgegenüber dringend benötigte Hilfsangebote mit
effektiven Methoden
zur Stressreduktion in Programmform, die systemisch mit Lehrern und Schülern angewendet werden können
und den Systemcharakter der Arbeitsumwelt Schule berücksichtigen.
Mit der Entwicklung
und Durchführung solcher Methoden können jedoch personale
Voraussetzungen für bessere Schulleistungen, für
ein wesentlich
verbessertes Schulklima, ein gesünderes Lehrer-Personal und somit
für eine
insgesamt qualitativ bessere Bildung geschaffen werden. Zugleich
würden auf
diese Weise die enormen gesellschaftlichen Folgekosten der bestehenden
Verhältnisse im Bildungswesen (z. B. gesundheitliche
Behandlungsmaßnahmen, im
europäischen Vergleich verschlechterte Bildung und deren
wirtschaftliche
Konsequenzen, Gewalt und Aggressivität an den Schulen) effektiv
deutlich
verringert. Um diesen drängenden Anforderungen zur Verbesserung
des
Arbeitsklimas an Schulen gerecht zu werden, wird seit 1994 am Institut
für
Angewandte Psychologie der Universität Leipzig an der
ständigen,
wissenschaftlich fundierten Weiterentwicklung, Durchführung und
Evaluierung
eines Konzeptes zur Integrativen
Belastungsbewältigung in der Schule (kurz IBiS-Konzept)
gearbeitet.
Das im Seminar vorzustellende Programm Systemische Stressbewältigung in der Schule (kurz
System-SiS) wurde
als verbesserte und komprimierte Version des IBiS-Konzeptes von Dr. Marcus Stück (Universität
Leipzig) 2005 entwickelt
und den praktischen Erfordernissen im Schulalltag auf der Grundlage
optimierungsorientierter, eigener Evaluationsuntersuchungen angepasst.
Das
Konzept basiert theoretisch auf aktuellen psychologischen Erkenntnissen
und
Modellen im Zusammenhang mit Anforderungs-Bewältigung und
berücksichtigt
gleichzeitig den systemischen Charakter
der Belastung im Schulalltag; interventive Zugänge wurden
gleichermaßen
sowohl für Lehrer als auch für Schüler konzipiert. In
naher Zukunft wird das
Konzept in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Thüringen in
den Schulen
Thüringens in die Schulpraxis implementiert und erstmals
großflächig evaluiert werden.
Termine und Preise: auf Anfrage
Kontakt: Dr. Marcus Stück, Tel.
(0341) 47 98 627, (0179) 44 97 384, stueck@uni-leipzig.de
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